LFB Sachsen im Gespräch mit Wirtschaftsminister Dulig

In einem informellen Gespräch des Landesverbandes der Freien Berufe Sachsenmit Wirtschaftsminister Dulig am 9. Januar 2019 konnten wesentliche Positionenzum Einfluss aus Brüssel, zum Fachkräftemangel und zum Bürokratieabbau ausgetauschtwerden.

Präsident Hans-Joachim Kraatz kritisierte mit Blick auf die Gemeinwohlorientierung derFreien Berufe die Angriffe aus Europa. „Honorarordnungen, Berufszugangsregelungenund das System der Selbstverwaltung seien ein Garant für einen hochwertigen Verbraucherschutz,um den uns die europäischen Nachbarländer beneiden“, so Kraatz.

Übereinstimmung mit dem Minister gab es insbesondere zur teilweisen Überregulierung,welche eine Europaverdrossenheit befördere.

Der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel wurde ebenfalls angesprochen. Mit folgender Prioritätenliste erhofft sich der Minister eine Verbesserung der Lage:

1. Ressourcen besser nutzen, z.B. lernverminderte Jugendliche und Langzeitarbeitslose stärker Integrieren, Berufsausbildung stärken.
2. Legalisierung von Zuwanderung (modernes Zuwanderungsgesetz).
3. Integration von Flüchtlingen.

Dulig stellte weiterhin Langzeitarbeitslosenprogramme in Sachsen vor, die mehr Menschenin Arbeit bringen soll. Dazu gehören Programme mit sozialpädagogischen Angebotenfür Kinder, zur Qualifizierung für Erwachsene oder für ältere Arbeitslose ab1.1.2019. Große Hoffnungen setzt Dulig auch in die Fachkräfteinitiative, insbesondereauf regionaler Ebene, sowie Möglichkeiten über das Renteneintrittsalter hinaus arbeitenzu können. Der Wirtschaftsminister erwartet insgesamt eine Aufwertung der „sozialenArbeit“. Die Digitalisierung (Robotik) würde zwar helfen, Personal zu entlasten unddie Arbeit zu erleichtern, aber gerade in sozialen Berufen würden weiterhin Menschenunersetzbar sein.

Kraatz machte sich im Gespräch für einen Bürokratieabbau stark, denn eine sinkendeBürokratie trüge auch zur Motivationssteigerung der Beschäftigten bei. Nach Dulig seieine hohe Bürokratiedichte Ausfluss einer Misstrauenskultur in Deutschland. Der LFBSachsen erneuerte bei dem Treffen seine Forderung, im Sächsischen Normenkontrollratvertreten zu sein.

Vom LFB Sachsen wurde auch die Frage aufgeworfen, ob alles unter dem Edikt derMarktwirtschaft stehen müsse? Zumindest die medizinische Patientenversorgung solltegrößtenteils davon ausgenommen werden.

An dem Gespräch nahmen seitens des LFB Sachsen neben dem Präsidenten noch dieVizepräsidenten Erik Bodendieck und Dr. med. Thomas Breyer teil.

LFB Sachsen im Gespräch mit Wirtschaftsminister Dulig

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