Koschorrek: „BFB begrüßt Sonderprogramm zur Förderung der beruflichen Mobilität

BFB zur Vorlage des Sonderprogramms MobiPro-EU im Bundeskabinett

Zum gestern im Bundeskabinett vorgelegten Sonderprogramm zur Förderung der beruflichen Mobilität (MobiPro-EU) erklärt BFB-Präsident Dr. Rolf Koschorrek MdB:

„Der BFB begrüßt das Sonderprogramm zur Förderung der beruflichen Mobilität (MobiPro-EU) ausdrücklich. Der BFB regt seit geraumer Zeit an, die grenzüberschreitende Mitarbeitergewinnung in Europa zu fördern und vor allem Berufsanfängern den Rücken zu stärken. Anreize auch in Form von finanziellen Starthilfen und Unterstützung können dabei ein wichtiger Impuls sein.

Sowohl die Vermittlung von Fachkräften aus Europa in eine qualifizierte Beschäftigung in Engpassberufen als auch die Förderleistungen für Auszubildende, die in Deutschland unter Lehrvertrag genommen werden, sind sinnvoll angelegte Programmteile. Hierbei ist aber noch ein wesentlicher Aspekt zu klären. Die größtenteils sehr jungen Menschen, die für eine Berufsausbildung nach Deutschland kommen sollen, müssen oft auch betreut und begleitet werden. Diese Betreuung kann nicht nur den Ausbildern oder zuständigen Stellen überantwortet werden. Sie brauchen dabei vor Ort Unterstützung. Der Gesetzgeber ist gefordert, hierfür eine Lösung anzubieten. Gegebenenfalls können die Berufseinstiegsbegleiter der Bundesagentur für Arbeit diese anspruchsvolle Aufgabe mitübernehmen.

Bei der konkreten Umsetzung ist sicherzustellen, dass dieses Programm auch zu einem unbürokratischen, flexiblen und zügigen Instrument werden kann. Es muss insbesondere für Freie Berufe und Mittelstand praktikabel sein. Wenn das Programm gut angenommen wird, sollte natürlich überprüft werden, ob es ausgeweitet werden kann, etwa bei der Altersstruktur, oder ob es für weitere Engpassberufe geeignet ist. Das Programm sieht vor, dass flexibel nachgesteuert werden kann, wenn regional oder branchenbezogen Bedarf entsteht. Dieses Instrument müsste dann aber auch unkompliziert greifen.

Es ist sinnvoll, dort wo Fachkräfte fehlen, einen europäischen Fachkräfte-Arbeitsmarkt aufzubauen. Hierfür ist dieses Programm ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders für KMU und Freie Berufe muss es leichter werden, sich im Ausland nach Mitarbeitern umzusehen.

Das Sonderprogramm führt zu einer „Win-win“-Situation für Arbeitnehmer aus Ländern, in denen sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt durch die Wirtschaftskrise verschärft hat, und für Arbeitgeber, die ihren Fachkräftebedarf nicht mit inländischen Mitarbeitern decken können. Es ist absurd, bei uns Stellen nicht besetzen zu können, während andernorts in der EU gut qualifizierte junge Menschen auf der Straße stehen."

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