Fortentwicklung des Aufsichtssystems und des Qualitätskontrollverfahrens der Abschlussprüfer

Berlin, 16. Oktober 2013 – Die Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) hat in ihrem Eckpunktepapier vom 15. Oktober 2013 ihre Vorstellungen zur Fortentwicklung der Berufsaufsicht dargelegt. Auch die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) hat sich zum Ziel gesetzt, ein Konzept zur Fortentwicklung des bisherigen Aufsichtssystems über Abschlussprüfer zu erarbeiten.

Nach dem derzeitigen Beratungsstand und unter Berücksichtigung der sich abzeichnenden europarechtlichen Rahmenbedingungen wird sich das Gesamtkonzept im Kern mit den beiden Eckpunkten „Angleichung der Aufsichtsverfahren“ und „Neuordnung der Zuständigkeiten“ befassen.

Angleichung der Aufsichtsverfahren

Die derzeitigen Verfahren der anlassunabhängigen Sonderuntersuchungen nach § 62b Wirtschaftsprüferordnung (WPO) sowie die derzeitigen Qualitätskontrollverfahren nach §§ 57a ff. WPO sollen zu einem für alle Abschlussprüferpraxen geltenden einheitlichen Kontrollverfahren (Inspektionen) zusammengeführt werden. Im Zuge dessen sollen die Verfahren auch mit der anlassbezogenen Berufsaufsicht insoweit harmonisiert werden, als das Sanktionssystem für das gesamte Aufsichtssystem auf ein vorrangig präventives qualitätsverbesserndes System umgestellt wird.

Bei den zukünftig einheitlichen Inspektionen werden entsprechend § 62b WPO ausgewählte Teilbereiche des Qualitätssicherungssystems einer Praxis sowie einzelne Aufträge über gesetzliche Abschlussprüfungen untersucht.

Eine Teilnahmebescheinigung am Qualitätskontrollverfahren soll als Voraussetzung für die Durchführung von gesetzlichen Abschlussprüfungen entfallen. Stattdessen soll eine Meldepflicht gegenüber der WPK für gesetzliche Abschlussprüfungen eingeführt werden.

Je nach Art der von den Praxen geprüften Unternehmen werden die Inspektionen durch angestellte Mitarbeiter der Berufsaufsicht oder von freien Inspektoren durchgeführt. Der Pool der freien Inspektoren, die mit den heutigen Prüfern für Qualitätskontrolle vergleichbar sind, wird von der WPK eingerichtet, organisiert und verwaltet.

Neuordnung der Zuständigkeiten

Schon heute ist durch die Letztentscheidungsbefugnis der APAK die Gesamtverantwortung der APAK für die Aufsicht über alle Abschlussprüfer festgelegt. Davon losgelöst ist die auf die WPK übertragene Zuständigkeit zur operativen Durchführung der Berufsaufsicht zu sehen.

Zur weiteren Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Berufsaufsicht könnte auch die Verantwortung zur operativen Durchführung der Verfahren auf die APAK übertragen werden. Eine Delegationsmöglichkeit an die WPK bleibt davon unberührt. Soweit der APAK auch die Zuständigkeit zur operativen Durchführung der Aufsicht übertragen wird, ist eine gesetzliche Verankerung einer Anhörungspflicht des Berufsstandes zur Berufsaufsicht ausschließlich über die WPK zwingend geboten.

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