Landesverband der Freien Berufe Sachen e.V. - Druckversion

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Ausdruck vom: 25.07.2017

LFB Sachsen: Nachfolge frühzeitig planen!
Umfrageergebnisse zur Unternehmensnachfolge im Freistaat Sachsen

LFB Sachsen: Nachfolge frühzeitig planen!
Umfrageergebnisse zur Unternehmensnachfolge im Freistaat Sachsen Ein zentrales Thema zur Sicherung und Weiterentwicklung der sächsischen Wirtschaftsstruktur ist die erfolgreiche Unternehmensnachfolge. Allein altersbedingt stehen jährlich über 1.000 Unternehmensübergaben im Freistaat an. Der Landesverband der Freien Berufe Sachsen e.V. (LFB Sachsen) hat daher zusammen mit den sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern erstmalig eine gemeinsame Umfrage zur Unternehmensnachfolge unter ihren Mitgliedern durchgeführt. In den Zeiträumen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 beteiligten sich daran 2.764 Unternehmen, deren geschäftsführende Gesellschafter, Geschäftsführer oder Inhaber 50 Jahre oder älter sind.

Am 8. Juni 2017 wurden die Ergebnisse gemeinsam mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig in Dresden vorgestellt. Er verwies auf die sächsische Gründergeneration von 1990, die nicht auf jahrzehntelange „Familienbetriebe“ zurückgreifen konnte, sondern unter widrigen Umständen mit viel Engagement und Risikobereitschaft etwas aufgebaut hat. „Diese Generation muss jetzt rechtzeitig an die Übergabe denken, um das eigene Lebenswerk und Sachsen als mittelständischen Wirtschaftsstandort zu erhalten. Der Freistaat bietet dafür zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten an.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung im Überblick:


Die größten Herausforderungen bei der Übergabe sind das Finden eines geeigneten Nachfolgers, die Vertragsgestaltung sowie die Sicherung der Altersvorsorge. Besonders stark von Nachfolgethemen betroffen sind die Dienstleistungsbranche, der Handel und das Handwerk. Nur die Hälfte der Befragten hat Notfall-Regelungen zu Vollmachten oder Passwörtern getroffen.

Hans-Joachim Kraatz, Präsident des LFB, kennt das Problem aus seiner langjährigen Praxis als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater: "Jeder Unternehmer muss sich ab einem gewissen Alter bewusst und intensiv mit der Unternehmensübergabe befassen, auch wenn es im alltäglichen Umgang mit Kunden, Lieferanten, Projekten und Mitarbeitern oftmals schwierig ist, hierfür die Zeit zu finden. Die größte Hürde ist häufig die Abgabe von Verantwortung und Entscheidungsvollmachten. Hier sind gute Berater gefragt, die diesen Vorgang nicht nur rechtlich, betriebswirtschaftlich und steuerlich, sondern vor allem auch psychologisch begleiten."

Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig, appellierte im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern im Freistaat Sachsen an die Unternehmen: "Eine erfolgreiche Übergabe ist kein Sprint, ' sondern ein Langstreckenlauf. Oft vergehen mehrere Jahre, um eine Lösung für die Beteiligten zu finden - unabhängig von der Form der Übergabe. Unternehmer müssen sich aufgrund der Komplexität langfristig mit dem Thema befassen und zugleich auch an eine Notfallplanung denken."

Leipzigs Handwerkskammerpräsident Claus Grohn rät Betriebsinhabern beim Generationswechsel rechtzeitig auf das Know-how und die Unterstützung von Kammern und Verbänden zurückzugreifen: "Erfahrene Nachfolgeexperten bieten für den gesamten Übergabeprozess umfangreiche Unterstützung - sowohl für Übergeber als auch für potenzielle Nachfolger. Die Berater kennen die Unternehmer und Betriebe zudem meist gut und können deshalb die passende Vermittlung optimal vorbereiten und sicherstellen, dass Firma und Arbeitsplätze erhalten bleiben."

Die Umfrage mit den detaillierten Ergebnissen ist online unter www.unternehmensnachfolge.sachsen.de abrufbar.