Über 300 zusätzliche Ärzte versorgen Patienten in Sachsen

Dresden: Aktuell leben in Sachsen 24.710 Ärzte (31.12.2017). Dies sind 496 Ärzte mehr als im Jahr zuvor. 17.637 Ärzte sind derzeit in Sachsen auch ärztlich tätig (+334) davon 9.655 im stationären und 6.846 im ambulanten Bereich.

Eine zunehmende Anzahl von Ärzten arbeitet in stationären wie ambulanten Einrichtungen in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. „Deshalb gibt es weiterhin einen Ärztebedarf trotz der steigenden Zahlen. Der Freistaat bietet wegen des zunehmenden medizinischen Bedarfs weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für niedergelassene Fachärzte“, so Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

Angestellt statt Einzelkämpfer
Im ambulanten Bereich gab es vor zehn Jahren noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis Ende 2017 um 483 auf 5.276 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte von 477 auf 1.570 Ärzte an.

Bodendieck: „Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte in einer Praxis arbeiten möchten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher muss das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen’ weiterhin mit gezielten Maßnahmen Nachwuchs für den ambulanten Bereich gewinnen“. Zudem müssten eHealth-Projekte entwickelt werden, die Ärzte in ihrer Tätigkeit unterstützen und zum Nutzen der Patienten entlasten.

Anteil der Ärztinnen nimmt weiter zu
Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 205 auf 9.319. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,8 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Ärzte erhöhte sich dagegen nur um 129 auf 8.318 (47,2 Prozent). Erik Bodendieck: „Diesem Trend wird an vielen sächsischen Einrichtungen schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen.“

Ausländische Ärzte
2.677 (+160) ausländische Ärzte aus 98 Nationen sind derzeit bei der Sächsischen Landesärztekammer insgesamt gemeldet. Davon sind 2.427 berufstätig (+139). Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (389), der Slowakei (278), aus Polen (249), Rumänien (180), der Russischen Föderation (154), Bulgarien (110), der Ukraine (110) und Ungarn (88). Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten vier Jahren von 52 auf 223 mehr als vervierfacht.

1.803 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 308 im ambulanten Bereich. Unter allen berufstätigen Ärzten beträgt der Anteil der berufstätigen ausländischen Ärzte 13,8 Prozent.

Erik Bodendieck betont ausdrücklich, „dass viele Kliniken in Sachsen sehr froh über die Unterstützung durch ausländische Ärzte sind, da sonst manche Stationen nur eingeschränkt arbeiten könnten“. Die 2016 eingeführte Fachsprachenprüfung für ausländische Ärzte begrüßt er ausdrücklich. „Sie bietet die Chance, die sprachliche Qualifikation zu stärken und Fehler durch Missverständnisse zu vermeiden.“ Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten außerdem auf berufsbegleitende Integrationskurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen bieten bereits solche Kurse an, denn gute Medizin sei zu 90 Prozent gute Kommunikation.

Eine Übersicht zur Entwicklung der letzten Jahre sowie zu den Herkunftsländern der ausländischen Ärzte finden Sie in der Anlage.

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