Mitgliederversammlung des LFB Sachsen am 12.08.2009 - Das Leitbild der Freien Berufe

von Dr. Thomas Breyer


Das Leitbild der Freien Berufe war das Thema des Einführungsvortrages von Friedemann Schmidt, Vizepräsident des Bundesverbandes der freien Berufe und Präsident der Landesapothekerkammer in Sachsen, zur Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Freien Berufe am 12.08.2009 in Dresden.

In allen Bereichen der Freien Berufe wird derzeit die Diskussion zum vorgestellten Leitbild als Außendarstellung und Identifikation nach innen geführt. Das die Freien Berufe eine feste Größe im wirtschaftlichen Leben der Bundesrepublik Deutsachland darstellen, zeigt unter anderem die Tatsache, dass auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise das Vertrauen in diese Berufe nicht gelitten hat. Dies steht im Gegensatz zur Finanzwirtschaft oder zu großen Industrieunternehmen. Vielleicht, so Schmidt, hat es auch damit etwas zu tun, dass das Gewinnstreben bei Freiberuflern nicht ungezügelt auftritt, sondern das sie in ihrer Berufsausübung auch stets das Allgemeinwohl vor Augen haben. Anders als beim Autokauf, wird es im Verhältnis zu den Freien Berufen immer ein Experten-Laienverhältnis geben, dass ein hohes Maß an Vertrauen in die Integrität und Kompetenz des Freiberuflers voraussetzt. Nur wenn die Berufsträger dieses Vertrauen mit Leben erfüllen und das vorgestellte Leitbild nicht als Lippenbekenntnis betrachten, wird sich die Rolle der Freien Berufe auch in Zukunft als wichtiger Bereich im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Bundesrepublik darstellen.

In der sich anschließenden intensiven Diskussion spielte vor allem die Veränderung des traditionellen Berufsbildes der freien Berufe eine große Rolle. Hierzu zählen beispielsweise Konzentrationstendenzen, die zukünftig ein Nebeneinander von klassischem Einzelfreiberufler mit größeren Zusammenschlüssen, sowohl in den wirtschaftsnahen als auch in den medizinischen Berufen, mit sich bringen. Auch die Frage der Werbung und die damit nach außen schwierigere Abgrenzung vom Gewerbetreibenden war Gegenstand der Debatte. In seinem Bericht ging der Präsident des Landesverbandes WP/StB Hans-Joachim Kraatz auf die Rolle des LFB als politisches Sprachrohr der freien Berufe ein. Die Präsenz in Institutionen wie dem Lehrstellenkollegium, der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, dem Beirat der Deutschen Bundesbank und der Bürgschaftsbank, um nur einige zu nennen, spiegelt die wichtige Rolle des Verbandes als Ansprechpartner für Landespolitik aber auch für sächsische Bundestagsabgeordnete wieder. Einen engen Informationsaustausch gibt es mit den anderen Landesverbänden. Hier ist insbesondere das Treffen der Ostverbände hervorzuheben, das in diesem Jahr in Dresden stattfinden wird.

Als neues Mitglied des LFB konnte im Jahr 2009 der Sächsische Künstlerbund begrüßt werden. Ein wichtiger Erfolg der Verbandsarbeit war die Aufnahme des LFB in die Richtlinie Mittelstandsförderung des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Damit haben auch die freien Berufe einen Ansprechpartner, der Existenzgründern eine Empfehlung für eine geförderte Beratung erteilen kann. Wie im vergangenen Jahr wird auch 2009 der parlamentarische Abend am 17. November ein Höhepunkt der Verbandsarbeit sein. Zur Frage des Vertrauens der freien Berufe in der Gesellschaft wird Prof. Dr. Hommerich ein Gastreferat halten. Um die neu gewählten politischen Entscheidungsträger im Sächsischen Landtag zeitnah über den Landesverband der freien Berufe zu informieren wurde ein neu erstellter Flyer vorgestellt. Dieser wird nach Bearbeitung durch die Verbandsmitglieder ab Mitte September als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehen.

Einstimmig wurde der Vizepräsident des Landesverbandes der freien Berufe, Dr. Thomas Breyer, für die Entsendung in die neue Versammlungsperiode der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Medien nominiert. Präsident Kraatz hob abschließend hervor, dass nur durch eine Beteiligung aller Mitgliedsorganisationen und die Darstellung ihrer individuellen Interessen die Arbeit des Landesverbandes der freien Berufe auch weiterhin einen Widerhall in der sächsischen Verbändelandschaft finden kann.

Dr. Tomas Breyer

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