Ergebnisse der repräsentativen BFB-Konjunkturumfrage

Ihre momentane wirtschaftliche Lage beurteilen 44,7 Prozent der Befragten als gut, 39,4 Prozent als befriedigend und lediglich 15,9 Prozent als schlecht. Die Freien Berufe sind überwiegend zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Somit zeichnet sich weiterhin eine stabile Wirtschaftslage bei den Freien Berufen ab.

Betrachtet man die vier Gruppen - rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Freie Berufe, Freie Heilberufe, technische Freie Berufe, künstlerische Freie Berufe - einzeln, so bietet sich ein differenzierteres Bild: Bei den rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Freien Berufen beschreiben 89,9 Prozent ihre Lage als gut oder befriedigend, bei den technisch-naturwissenschaftlichen Freien Berufen sind dies 85,6 Prozent und bei den Freien Heilberufen 83,2 Prozent. Mit 76,4 Prozent ist die Einschätzung der Freien Kulturberufe zwar gedämpfter, aber immer noch deutlich positiv.

Binnen der kommenden sechs Monate dürfte sich an dieser Beurteilung kaum etwas ändern. Lediglich 12,4 Prozent geben an, dass sie eine ungünstigere konjunkturelle Entwicklung erwarten, 67,4 Prozent gehen von einem gleich bleibenden Verlauf aus. Jeder Fünfte rechnet sogar mit einer günstigeren Entwicklung.

Aufgefächert in die vier Gruppen sind Unterschiede erkennbar: Bei den Freien rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen erwarten 23,9 Prozent eine günstigere, 68 Prozent eine gleichbleibende und nur 8,1 Prozent eine ungünstigere konjunkturelle Entwicklung im nächsten Halbjahr. Die Vergleichswerte der technisch-naturwissenschaftlichen Berufe liegen bei 19,3 Prozent, 74 Prozent und 6,7 Prozent und die der Freien Kulturberufe bei 24 Prozent, 57,4 Prozent und 18,6 Prozent. Die Angaben der Freien Heilberufe liegen bei 13,6 Prozent, 70,9 Prozent und 15,5 Prozent.

Zur der gesamtwirtschaftlich positiven Lage tragen die Freien Berufe auch als Arbeitgeber bei. Weit über 90 Prozent wollen in den beiden nächsten Jahren ihren Personalstamm halten oder sogar ausbauen: 13,4 Prozent von ihnen wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Lediglich 6,7 Prozent rechnen mit weniger Beschäftigten.

Basierend auf der positiven Analyse der aktuellen Lage und dem optimistischen Ausblick auf das kommende Halbjahr fällt der BFB-Geschäftsklima-Index mit einem Wert von 18,1 nicht nur besser aus als vergleichbare Indizes der gewerblichen Wirtschaft, sondern liegt auch deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 12. Insgesamt steht das Konjunkturbarometer bei den Freien Berufen auf heiter. Die ermittelten Werte unterlegen eindrucksvoll den Trend einer überdurchschnittlichen Wachstumsdynamik bei den Freien Berufen.

Die Umfrage lotet auch den aktuellen und künftigen Personalbedarf und Probleme bei der Rekrutierung aus. Rund 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit offene Stellen. Bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern setzen mit 74 Prozent die meisten Freiberufler vor allem auf persönliche Kontakte. Fast jeder Dritte der Befragten (29,3 Prozent) inseriert zudem in Tageszeitungen. Jeder Vierte (27,5 Prozent) vertraut seinen Verbands- und Kammerpublikationen. Trotz dieser vielfältigen Wege können nicht alle Vakanzen zeitnah besetzt werden. 59,4 Prozent sehen prinzipiell Probleme, geeignetes Personal zu finden. Bei der Akquise von Fachkräften etwa sind mangelnde Qualifikation, fehlende Berufserfahrung und zu wenige Bewerber die drei häufigsten Problemfelder. Bei der Suche nach Auszubildenden schlagen zusätzlich insbesondere die mangelnde Ausbildungsreife und niedrige Bewerberzahlen zu Buche.

Mit der Umfrage wurde zudem ermittelt, welches Arbeitskräftepotenzial die Freiberufler im Jahr 2016 nachfragen. Besonders begehrt sein werden qualifizierte Fachkräfte. 15,2 Prozent der befragten Arbeitgeber gaben an, dass sie zusätzliche Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen benötigen werden, 78 Prozent erwarten einen gleichbleibenden und nur 6,8 Prozent einen geringeren Bedarf. Jeder Dritte (34,8 Prozent) allerdings rechnet mit großen Schwierigkeiten, entsprechende Fachkräfte anstellen zu können. Zudem befürchtet knapp ein Drittel (29,7 Prozent), keine geeigneten Auszubilden zu finden.

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