Arztzahlen in Sachsen: Anteil der Ärztinnen und der ausländischen Ärzte steigt

Dresden: Aktuell leben in Sachsen 23.269 Ärzte (31.12.2014). Dies sind 536 Ärzte mehr als im Jahr zuvor (22.733). Darunter befinden sich 2.167 (+175) ausländische Ärzte aus 90 Nationen. 16.633 Ärzte sind derzeit in Sachsen ärztlich tätig (+401) davon 9.146 im stationären (+299) und 6.588 (+87) im ambulanten Bereich. Im ambulanten Bereich setzt sich trotz der steigenden Zahlen der Bedarf an Ärzten weiter fort. Denn 2007 gab es noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis 2014 um 317 auf 5.442 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2012 um 194 und im Vergleich zu 2013 um 121 auf 1.146 Ärzte an.

„Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte z.B. in Teilzeit in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher sollten Anstrengungen, wie das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen’, unbedingt intensiviert werden, um den rückläufigen Trend im ambulanten Bereich zu stoppen“, so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze.

Anteil Ärztinnen
Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 203 auf 8.721. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,4 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 198 auf 7.912 (47,6 Prozent). Vor elf Jahren waren es noch 51 Prozent Ärzte und 49 Prozent Ärztinnen. Prof. Dr. Schulze „Diesem Trend wird an vielen sächsischen Krankenhäusern schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen.“

Ausländische Ärzte
Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (313), der Slowakei (255), aus Polen (219), Rumänien (162), der Russischen Förderation (133), Bulgarien (109), Ungarn (101) und der Ukraine (80). Aus Österreich, mit dem es einen Freundschaftsvertrag mit dem Freistaat Sachsen gibt, kommen 81 Ärzte. 1.639 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 223 im ambulanten Bereich. 189 haben derzeit keine ärztliche Tätigkeit. Der Anteil der ausländischen Ärzte ist in Bezug auf die Gesamtzahlder berufstätigen Mediziner in Sachsen von 11,2 auf 13,2 Prozent gestiegen.

Prof. Schulze betont ausdrücklich, „dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden“. Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen würden bereits solche Sprachkurse anbieten.

Ärztebedarf steigt
Auch nimmt der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der Medizin weiter zu. Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten auch in stationären Einrichtungen in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für Hausärzte“, so Prof. Dr. Jan Schulze.

Weitere Informationen z.B. zu den Herkunftsländern finden Sie in der Anlage.

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