BFB: Hintergrundgespräch im BMBF

Am 1. Oktober 2014 hat Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (BDA, BDI, BFB, DIHK und ZDH) zu einem Hintergrundgespräch eingeladen. Zum Auftakt wurde die Weiterentwicklung des sogenannten Ausbildungspakts zur „Allianz für Berufliche Bildung“ erörtert. BFB-Präsident Dr. Horst Vinken lehnte ebenso wie die Vertreter von BDA, BDI, DIHK und ZDH die im Koalitionsvertrag festgeschriebene und von den Gewerkschaften geforderte Ausbildungsgarantie ab. Alle Wirtschaftsvertreter betonten zudem, dass demografiebedingt sinkende Schülerzahlen und die fortschreitende Akademisierung unausweichlich zu rückläufigen Ausbildungszahlen führten. Quantitative Zielvorgaben wie zu Zeiten, in denen es noch einen Bewerberüberhang gegeben habe, würden dieser Entwicklung nicht gerecht.

Einigkeit bestand darin, alle Instrumente zu wägen, mit denen künftig mehr Jugendliche für die duale Ausbildung gewonnen werden können. In diesem Kontext wurde die von der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufene Initiative "Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt" besprochen, mit der möglichst vielen Jugendlichen die Chance für eine betriebliche Ausbildung eröffnet werden soll. Dabei müsse ein effizienter Mitteleinsatz gewährleistet werden, unterstrich auch der BFB. Thematisiert wurde darüber hinaus die BMBF-Initiative "Bildungsketten", die Jugendliche dabei unterstützt, ihren Schulabschluss zu schaffen, einen Ausbildungsplatz zu finden und den Berufsabschluss zu erreichen. Dies findet die Unterstützung auch der Freien Berufe. Als weiterer Punkt wurde der Übergang der geschätzt jährlich bis zu 70.000 Studienabbrecher in die berufliche Bildung beleuchtet. Die Anrechnung bereits erbrachter Studienleistungen sowie die Möglichkeit der Verkürzung der Ausbildungszeit standen hierbei im Fokus. Schließlich herrschte Konsens, dass die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung weiter zu verbessern sei und damit verbundene Möglichkeiten noch bekannter gemacht werden müssten.

Des Weiteren stand die Hightech-Strategie der Bundesregierung auf der Agenda. Diese soll zu einer umfassenden ressortübergreifenden Innovationsstrategie weiterentwickelt werden. Gute Ideen sollen schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen überführt werden. Digitalisierungsprozesse bestimmen die zukünftige Entwicklung in der Wertschöpfungskette. Dr. Vinken warb dafür, dass der Gesetzgeber bei der Forschungsförderung breit ansetzt und auch die technischen Freien Berufe in den Blick nimmt, die sich bei der Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau engagieren.

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