Sächsische Ärzte gedenken der Opfer des Terroranschlags von Paris

Dresden: Auf der 53. Kammerversammlung der Sächsischen Landesärztekammer haben heute (14.11.2015) die Mandatsträger der Opfer des Terroranschlags von Paris gedacht. Der Präsident, Erik Bodendieck, verurteilte den Anschlag. Er forderte alle gesellschaftlichen Kräfte in Europa auf, sich diesem Terror entgegen zu stellen.

Danach berichteten zwei syrische Ärzte von Ihrer Flucht und ihrer Situation in Deutschland. „Syrien und meine Familie zu verlassen, gehörte zum schwersten Schritt in meinem Leben.“ Das sagte der Arzt Mohammad Rashid in der Kammerversammlung. "Außerdem gibt es in Syrien kaum noch eine ärztliche Versorgung. Und es gibt nichts Schlimmeres für einen Arzt, Kranken oder Verletzten nicht helfen zu können. Und wer in Syrien nicht arbeitet, ist nichts in der Gesellschaft. Außerdem steht man als Akademiker immer unter dem Verdacht, für die Gegenseite zu arbeiten und dafür auf offener Straße grundlos abgeführt zu werden. Mir blieb kein anderer Ausweg als die Flucht. Jetzt möchte ich in Deutschland so schnell wie möglich Deutsch lernen, um als Arzt arbeiten zu können. Sobald es die Lage zulässt, möchte ich wieder zurück nach Syrien, um dieses Land aufzubauen und lebenswert zu machen."

Der Arzt Bashar Alaffash antwortete auf die Frage, wie der Konflikt in Syrien zu lösen sei, aus ärztlicher Perspektive, da er kein Politiker sei: Syrien sei wie ein Patient mit vielen chronischen Krankheiten. Eine Heilung sei schwierig, aber nicht unmöglich. Er dankte aber auch den zahlreichen Helfern in Deutschland, von denen er sich sehr gut aufgenommen fühlt. Und er kann nicht verstehen, wie andere Flüchtlinge diese Hilfe als selbstverständlich ansähen. „Im Islam heißt es, wer den Menschen nicht dankt, dankt Gott nicht.“

Die Sächsische Landesärztekammer koordiniert seit September 2015 Ärzte, die sich freiwillig an der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge in Sachsen beteiligen wollen. Seitdem konnten zusammen mit dem DRK sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern ca. 330 Ärzte zu ihren Einsatzmöglichkeiten beraten bzw. zu einem Einsatzort weitergeleitet und vermittelt werden.

Die Vermittlung und Kooperation bezieht sich vor allem auf die Erstaufnahmeeinrichtungen, auf die Flüchtlingsambulanzen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), die geplanten Impfaktionen, die Hilfsorganisationen und die Gesundheitsämter, die mit der Durchführung von Erstuntersuchungen betraut sind. Viele Ärzte engagierten sich zuerst direkt in Sprechstunden in den Erstaufnahmeeinrichtungen, zum Beispiel in Dresden, Meißen und Leipzig.

Foto: Mohammad Rashid (r.) und Bashar Alaffash vor der 53. Kammerversammlung der Sächsischen Landesärztekammer, dem Parlament der sächsischen Ärzte, in Dresden.
© SLÄK

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