Koschorrek: "Zuwachs an Ausbildungsverträgen bei den Freien Berufen"

Koschorrek: „Zuwachs an Ausbildungsverträgen bei den Freien Berufen“ BFB-Präsident Dr. Rolf Koschorrek kommentiert die heute vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgelegten Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Ende des Vermittlungsjahres zum Stichtag 30. September 2012.

„Die seit Jahren stabile, hohe Ausbildungsleistung der Freien Berufe, die nach Industrie und Handel sowie dem Handwerk die meisten Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, ist nach einem Zuwachs im vergangenen Jahr noch einmal angestiegen. Insgesamt wurden 43.014 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sind 402 Verträge oder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Während in den alten Ländern der Zuwachs sogar 1,3 Prozent (+ 497) betrug, ist die Zahl der Neuverträge in den neuen Ländern um 2,0 Prozent (-95) zurückgegangen. Einmal mehr zeichnen sich die Freien Berufe dadurch aus, dass der Anteil der öffentlich finanzierten und damit subventionierten außerbetrieblichen Ausbildungsverträge mit 0,2 Prozent (101 Verträge) so gering ist wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich. Dies wertet die bereits hohe Ausbildungsleistung der Freien Berufe nochmals auf und schont gleichzeitig den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit, die den Großteil der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge aus Mitgliederbeiträgen finanziert.

Betrachtet man die einzelnen Ausbildungsberufe, fällt auf, dass der Zuwachs insbesondere auf die Ausbildungsberufe Tiermedizinische Fachangestellte (+ 11,4 Prozent), Zahnmedizinische Fachangestellte (+ 4,1 Prozent) sowie Steuerfachangestellte (+ 3,7 Prozent) zurückzuführen ist. Demgegenüber ist die Zahl der Neuverträge im zahlenmäßig stärksten Ausbildungsberuf zur Medizinischen Fachangestellten leicht um 0,7 Prozent zurückgegangen. Ebenso ist ein Rückgang bei den Rechtsanwaltsfachangestellten (-3,6 Prozent) zu verzeichnen. Bei den Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten (PKA) beträgt das Minus 15,7 Prozent.

Insgesamt ist der Trend also positiv. Das zeigt, dass die Freien Berufe auch auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin krisenresistente und verlässliche Partner sind. Sie treffen relativ konjunkturunabhängig ihre Personalentscheidungen. Die Zahlen belegen auch, dass der Bewerbermangel bei unseren überdurchschnittlich beliebten Ausbildungsberufen zwar besteht, aber noch nicht allzu gravierend ist. Dennoch wird die demografische Entwicklung auch vor den freiberuflichen Praxen, Kanzleien und Apotheken früher oder später nicht Halt machen. Es gilt daher, alle Potenziale zu erschließen. Trotz des guten Ergebnisses sind wir Freien Berufe auch weiterhin gefordert, in unseren Anstrengungen und unserem Engagement nicht nachzulassen und möglichst vielen jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, indem wir ihnen einen Ausbildungsplatz anbieten.“

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