Fachkräfteallianz Sachsen beschließt langfristige Handlungsfelder

Die Fachkräfteallianz Sachsen, zu dessen Mitgliedern auch der LFB Sachsen zählt, hat am 7. April 2016 wesentliche Eckpunkte der Fachkräftesicherung für Sachsen abgestimmt. „Diese Eckpunkte bilden die Arbeitsschwerpunkte des Gremiums in den kommenden Jahren“, so der Vorsitzende des Gremiums Stefan Brangs, Staatssekretär für Arbeit im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

„Qualifizierte Fachkräfte sind das Rückgrat unserer sächsischen Wirtschaft und bestimmen maßgeblich den Ausbau unserer Wettbewerbsfähigkeit“, so Brangs weiter.

Internationale Unternehmensberatungen wie die Boston Consulting GROUP prognostizieren bei gleichbleibendem Wirtschaftswachstum einen Rückgang des Arbeitskräfteangebotes bis zum Jahr 2030 von 320.000 Personen in Sachsen. Damit verbunden wäre ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von rund 20 Milliarden Euro. Eine Bestätigung dieses Trends zeigen auch Befragungen, beispielsweise der Landesarbeitsgemeinschaft der sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern. Immer öfter beklagen Unternehmen, freie Stellen nicht oder nur sehr langfristig mit geeigneten Bewerbern besetzen zu können.

Die im Herbst 2015 gegründete Fachkräfteallianz hat diese Tendenz erkannt. Damit der sächsischen Wirtschaft möglichst viele Menschen im erwerbsfähigen Alter, von 15 bis 65 Jahren, als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, wirken in der Fachkräfteallianz Sachsen alle relevanten Arbeitsmarktakteure, wie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern, Gewerkschaften, kommunalen Spitzenverbänden sowie die Staatsregierung.

Diese Zusammenarbeit ermöglicht einen breitgefächerten Ansatz. Hierbei werden vor allem folgende Arbeitsschwerpunkte gesetzt:

  1. Stärkung des Standortes Sachsens als attraktiver Ort zum Arbeiten, Leben und Lernen
  2. Schulische Bildung und duale (Berufs-)ausbildung
  3. Bessere Nutzung der vorhandenen Erwerbspersonenpotenziale
  4. systematische Personalentwicklung in Unternehmen
  5. Digitalisierung der Arbeitswelt

Brangs: „Getreu dem Motto: ‚Kein Talent darf uns in Sachsen verloren gehen‘, gehört es zum erklärten Ziel unserer Fachkräfteallianz, eine zukunftsfähige und nachhaltige Fachkräftesicherung und -gewinnung im Freistaat Sachsen zu schaffen. Diese soll vor allem junge Menschen, Menschen mit Behinderung, Frauen und Ältere sowie Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose noch stärker in Arbeit integrieren.

Dennoch werden diese Erwerbspersonenpotenziale nicht ausreichen, um den Arbeitskräfterückgang zu decken. Wir sind auf Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte und die Integration geflüchteter Menschen in Arbeit und Ausbildung angewiesen“, so Stefan Brangs weiter. Vor diesem Hintergrund warb er heute für den Beitritt zur gemeinsamen Erklärung „Die Chancen der Integration gemeinsam nutzen - Erklärung zur Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Freistaat Sachsen“. Diese Erklärung wird aktuell von der Vereinigung der sächsischen Wirtschaft e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund - Bezirk Sachsen, den sächsischen Industrie- und Handelskammern, den sächsischen Handwerkskammern, der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, SILIKON SAXONY sowie dem Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration des sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz und dem sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützt.

„Um im Wettkampf um qualifizierte Fachkräfte noch besser konkurrieren zu können, bedarf es fairer, sicherer und gut bezahlter Arbeit ebenso, wie einer Kultur der Anerkennung und Wertschätzung geleisteter Arbeit“, so der Vorsitzende des Gremiums. Die Fachkräfteallianz unterstützt die Weiterentwicklung dieser Rahmenbedingungen, sowie die Schaffung einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in Sachsen und Angebote der lebenslangen Qualifizierung und Weiterbildung. Darüber hinaus engagiert sie sich für den qualitativen Ausbau des Schulsystems, die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern an den Übergängen zwischen frühkindlicher Betreuung und Schule, Schule und Berufsbildung, Schule und Hochschule sowie eine bedarfsgerechtere Berufsorientierung und der Ausbau der Berufsberatung.

Hintergrund:

Aufgabe der Fachkräfteallianz und der Beiratsmitglieder ist es, im Kontext der zentralen Handlungsfelder der Fachkräftestrategie Sachsen zu mittel- und langfristigen Zielen zu beraten, landesweite und regionale Aktivitäten zu bündeln und weitere Maßnahmen anzuregen. Als begleitendes Gremium werden die 27 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, ausgewählten Verbänden, Vertretern der Kammern, Gewerkschaften und kommunalen Spitzenverbänden wertvolle Impulse geben. Die Mitglieder der Allianz tagen mindestens zweimal jährlich.

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