Datenschutz nicht mehr auf der Höhe der Zeit

Berlin (6. Juni 2012). "Unser Datenschutzrecht stammt in seinen Grundzügen aus einer Zeit vor dem Internet", erklärt Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, in der aktuellen Ausgabe der FVDZ-Publikation "Der Freie Zahnarzt" (DFZ). Insofern sei es wichtig, das Datenschutzrecht internetfähig zu machen. Heute stünden "technische Möglichkeiten, populistische und wirtschaftliche Interessen" zunehmend dem Schutz der individuellen Privatsphäre entgegen. Entscheidend sei, so die Forderung Schaars im Interview, dem gegenzusteuern.

Eine starke Tendenz zur Digitalisierung von Daten sieht Schaar auch im Gesundheitswesen. Prominentes Beispiel ist die elektronische Gesundheitskarte, die nicht nur bei Datenschützern, sondern auch bei Ärzten, Zahnärzten und Patientenvertretern heftig in der Kritik steht. Immerhin konnten Schaar und seine Kollegen Einfluss auf die technische Entwicklung der Karte nehmen. Doch die Gefahr, dass sensible Daten in unbefugte Hände geraten, bleibt bestehen. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat bereits das hohe Missbrauchsrisiko aufgezeigt. "Die zentral gespeicherten Daten wecken Begehrlichkeiten und stellen durch die Verknüpfbarkeit ein enormes Risiko für die Patienten dar", kritisiert die stellvertretende FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. medic/IfM Timisoara Kerstin Blaschke das Konzept. Im Interesse der Patienten und zum Schutz des Arzt-Patienten-Verhältnisses sollte deshalb die Datenhoheit bei den Patienten liegen, fordert Blaschke.

Das Interview mit Peter Schaar, weitere Informationen zum Datenschutz und viele andere Themen finden Sie in der aktuellen Juni-Ausgabe des DFZ. Mehr Infos zum Verbandsmagazin unter www.fvdz.de.

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