Chaos bei der Gesundheitsreform bremst Ausbildungsbereitschaft

Die Freien Berufe bleiben nach Industrie und Handel sowie dem Handwerk der drittstärkste Ausbildungsbereich. Doch die heute veröffentlichten Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) zeigen, dass sich der Anteil der Freien Berufe an der Gesamtausbildungsleistung des dualen Berufsbildungssystems leicht nach unten entwickelt hat. Dies kommentiert BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann:

„Zum 30. September 2006 wurden 42.110 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Bereich der Freien Berufe registriert. In diesem Jahr ist jedoch die Ausbildungsbereitschaft der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker eingebrochen.“

„Insbesondere das Chaos um die Gesundheitsreform und gesetzliche Neuregelungen, wie beispielsweise die Bonus-Malus-Regelung im Bereich der Arzneimittelverordnung, haben unter den ausbildenden Heilberuflern große Verunsicherung hervorgerufen. Ein Arzt, Zahnarzt oder Apotheker, der nicht weiß, wie und ob er in naher Zukunft noch sein kleines Unternehmen wirtschaftlich führen kann, schreibt keine Lehrstellen aus“, so der BFB-Präsident. Zudem verhindere vielfach die mangelnde schulische und soziale Kompetenz vieler Bewerber bei Ärzten, Zahnärzten und in Apotheken eine Einstellung: „Denn wer nicht richtig rechnen kann und auch Menschen gegenüber nicht freundlich und höflich auftritt, der schadet Ärzten, Zahnärzten und Apothekern als Vertrauenspersonen des Patienten“, so Oesingmann weiter.

Dennoch: „Selbstverständlich werden die Freien Berufe auch in Zukunft jede zumutbare Anstrengung unternehmen, ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung, jungen Menschen eine qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten, nachkommen zu können“, so Oesingmann abschließend.

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